Zwei besondere Workshops: „Using AI to Research, Systematize, and Analyze Literature“ und „AI-Assisted Text Revision“

Neben vielen klassischen Workshopformaten waren es in den letzten Wochen vor allem zwei speziell entwickelte Veranstaltungen, die auch für mich voller neuer Entdeckungen waren.

Zum einen habe ich mich sehr über eine Einladung an das Graduiertenkolleg „Future Forests“ der Universität Freiburg gefreut. Einen intensiven Workshoptag lang ging es hier um die Potentiale und Grenzen von KI für das wissenschaftliche Lesen und das Recherchieren von Literatur. Unsere Überlegungen und unser Ausprobieren reichten vom Einsatz von Sprachmodellen zur strukturierten Vorbereitung von Literaturrecherchen über die Beschäftigung mit KI-gestützten Recherchetools bis hin zu einer ersten KI-basierten Analyse und Auswertung von Texten. Auch semantisch arbeitende Datenbanken wie Semantic Scholar und OpenAlex kamen nicht zu kurz.

Deutlich wurde dabei immer wieder zweierlei: Zum einen das große Potential, das entsprechende Verfahren und Tools für Wissenschaft und Forschung bereithalten, zum anderen aber auch, wie wichtig nach wie vor klassische Recherchewege und eigenes Lesen bleiben. Erneut ist KI hier in erster Linie eine Sparringspartnerin für uns selbst – als kritisch und professionell agierende Forscher:innen und Autor:innen.

Beim Workshop zur KI-gestützten Textüberarbeitung für die Berlin School of Regenerative Therapies (BSRT) war es dann genau dieselbe Überlegung, die sich wie ein roter Faden durch den Tag zog. Ziemlich schnell kamen wir zu dem Schluss, dass es uns und unser Wissen über Wege und Methoden der Textüberarbeitung braucht, um KI in diesem Bereich zielführend und sinnvoll einsetzen zu können. Besonders spannend war für alle eine Workshopsession am Nachmittag. Durch den Einsatz von Retrieval Augmented Generation (RAG) haben wir versucht, so genannte „Customized Chatbots“ zu bauen, die passgenau auf unsere individuellen Textüberarbeitungsaufgaben zugeschnitten waren.

Ein Hauch von Zukunft lag in der Luft, als uns die Diskussion von hier aus zu agentischen KI-Systemen führte, wie sie gerade entwickelt und in ersten Ansätzen erprobt werden. Eindringlich stellten wir uns die Frage: Welche Auswirkungen werden KI-Agenten auf Wissenschaft und Forschung haben? Und wie können wir auf solche Systeme verantwortungsvoll und mit professionellem Augenmaß reagieren? Wir waren uns sicher: Die nächsten Monate und Jahre werden spannend, herausfordernd und voller Neuerungen und Ümbrüche sein – eine Vermutung, die sicher auch auf meine Workshops zum wissenschaftlichen Forschen und Schreiben im KI-Zeitalter zutrifft.

Das Bild eines Agenten verweist auf die aktuelle Entwicklung hin zu agentischen KI-Systemen
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